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VIEL GESCHICHTE

1021    Namensentwicklung:

Das Wort Borgeln leitet sich von „Borg“ und „Loh“ ab.           

„Borg“ bedeutete eine befestigte Wohnstatt, „Loh“ eine Lichtung zwischen Waldflächen.

Die Börde bestand in dieser Zeit aus Gruppen von Buche-Eichen-Wäldern mit großen Freiflächen dazwischen, die mit dem Einzug der Ackerwirtschaft als Anbauflächen genutzt wurden.

            1021    hieß die Siedlung „Burclaun“,                                                                                                   

            1166    „Burgelon“                                                                                                                        

            1186    „Borgelen“                                                                             

            1200    „Burgele“

            1279    „Borgelen“

1050    Etwa um das Jahr 1050 ist der Bau der Dorfkirche nachweisbar. Danach ist der Turm das älteste sakrale Gebäude in der Soester Börde.

1150    Zwischen 1150 und 1180 wurde der erste Kirchenbau zur Kreuzschiffsbasilika erweitert.

1166    Erste urkundliche Erwähnung: Die Ansiedlung Borgeln wurde erstmals im Jahr 1166 urkundlich erwähnt. Diese Erwähnung markiert den Beginn dokumentierter Geschichtskenntnisse über das Dorf und seine Entwicklung. Der Ritter Helmwig von Holthusen erwarb als Zinslehen das Dorf und einen Broil genannten Wald vom Erzbischof von Köln.

Burclaun wurde (landesrechtlicher) Oberhof, wie dieser Rechtsstatus auch dem über Borgeln verfügenden Erzstift Soest verliehen war. Dem Erzbistum Köln unterstand damals Soest und über das Erzstift Soest auch Borgeln. Soest war schon damals der wichtigste Bezugspunkt Borgelns.

1200    wurde die neue Besitzerin des „Hofes Borgelen“ Mathilde, die Frau des Grafen Arnold von Altena. Dieser Besitz geht 1289 durch Verfügung des Kölner Erzbischofs an die Soester Bürger Hermann v. Benninchusen und Adam v. Tudinchusen. Die erhalten unter anderem die Einkünfte aus dem Borgeler Hof des Erzbischofs.                   

1291    ging der Hof Borgelen wieder an den Kölner Erzbischof und damit wieder in direkte Verfügungsgewalt des Soester Erzstifts.                                                                                                                

In den Jahren 1261 bis 1466 lebten 4 Ritterfamilien auf den Höfen Wortmannshof, Schwollenhof, Bertelshof und Bertelskotten.

Das jetzt „Kirchspiel Borgeln“ genante Dorf steht unter der direkten Herrschaft des Patroklistiftes in Soest. Das Kirchspiel umfasst die heutigen Dörfer Hattropholsen, Berwicke, Balksen, Borgeln, Blumroth, Fahnen, Haselhorst / Huer,  Nehlerheide, Schwefe und Stocklarn.

1328    Borgeln war bis 1328 ein Teil der Freigrafschaft Rüdenberg. 1328 erwirbt die Stadt Soest diesen Besitz von Gottfried von Rüdenberg und Borgeln gehört damit zur Stadt Soest.

1444    bis ins Jahr 1449 litt auch Borgeln unter der Besetzung und Plünderung durch kurkölnische Soldaten während der Soester Fehde. Danach ist Johann I, Herzog von Kleve-Mark Herr von Soest und seinen Dörfern.

1481    Geburt von Patroklus Römeling, Theologe und Reformator, eine über Borgeln hinaus bekannte Person. Geboren um 1481 in Borgeln, gestorben 1571 in Diepholz.     

1530    bis 1574 dauerte die Reformation in Borgeln. Danach ist die Kirchengemeinde evangelisch-         lutherisch.                                                     

1577    In der zeit der Hexenverfolgungen 1577 bis 1604 gab es in Borgeln 10 Verfahren wegen Hexerei und Zauberei.  Acht Menschen wurden in den Hexenprozessen hingerichtet, zwei weitere starben im Gefängnis.

1629    wurde die erste Schule  in einem sogenannten Schulzimmer errichtet. Später, 1858, kommt ein Schulgebäude im heutigen Pfarrweg dazu.

1712    ein erneuter Umbau der Kirche. Ursprünglich war die Kirche aus Grünsandstein weiß verputzt und der Mittelpunkt des damaligen Kirchspiels Borgeln.

1689    Seit diesem Jahr sind die Kirchenbücher der Dorfkirche erhalten. Die Plünderungen und Verwüstungen des 30jährigen Krieges haben Spuren hinterlassen.

Während die meisten Kirchen Namen tragen, wem die Kirche gewidmet wurde, ist das für die Dorfkirche Borgeln nicht überliefert.

1804    wurde das Pfarrhaus erbaut, später unter Pfarrer Adolf Clarenbach erweitert. Das denkmalgeschützte Haus wird heute als Wohnhaus genutzt. Der Pfarrer und Superintendent Adolf Clarenbach ist einer der bekanntesten Söhne Borgelns.

1809    werden im Zuge der Neuordnung nach französischem Muster die Mairien (Bürgermeistereien) Borgeln, Schwefe und Lohne eingerichtet. Zu Borgeln gehörte fast die ganze Niederbörde.

1817 werden daraus die  Bürgermeistereien des Kreises Soest.

1830    Geburt von Heinrich Pötter,  ein überregional bekannter Theologe und Superintendent der      Kirchenprovinz Pommern. Geboren 1830 in Borgeln, gestorben 1918 in Lichterfelde/Berlin.

1831    wurde ein neuer Friedhof eingerichtet, und zwar dort, wo sich der heutige Ehrenhain befindet. Zuvor wurde an der Kirche beerdigt, wie damals üblich. Dieser Friedhof wird 1873 wieder aufgelöst und ein neuer Friedhof wird an der Bördestraße / Jahnstraße errichtet.

1843    Im Kreis Soest wurden 6 Ämter eingerichtet. Zum Amt Borgeln gehörten die Dörfer: Balksen, Berwicke, Blumroth, Borgeln, Brockhausen, Dinker, Dorfwelver, Eilmsen, Hattropholsen, Katrop, Meckingsen, Nateln, Stocklarn, Thoningsen, Vellinghausen und Weslarn.

1850    wurde die Bahnstrecke zwischen Hamm und Paderborn streckenweise eröffnet. Damit erhält auch Borgeln einen Haltepunkt. Das war wichtig für die weitere Entwicklung Borgelns.

1880    Borgeln erhielt eine Postagentur, zuerst in der Gaststätte Jaspert am Bahnhof, später in der Gaststätte Kilp. Das Bahnhofsgebäude Borgeln wurde 1880 errichtet.                                   

1905    Zwischen 1905 und 1914 lebte der Hamburger Maler desExpressionismus Franz Nölken in den Sommermonaten in Borgeln. Geboren 1884 in Hamburg, 1918 als Soldat in La Capelle / Frankreich gestorben ). Er lebte hier bei seiner Tante[1]  in der Bördestraße 53 und hatte dort ein Atelier. Viele Bilder haben in Borgeln ihren Ursprung. Franz Nölken stirbt in Frankreich kurz vor Ende des 1. Weltkriegs.

1911    wurde aus dem Haltepunkt mit dem neuen Bahnhofsgebäude ein wichtiger wirtschaftlicher Mittelpunkt. Es gab einen Güterbahnhof auf dem Nebengleis. Hier wurden u.a. Getreide,  Milchprodukte der Molkerei, die Kohle für die beiden Kohlenhändler und die Produkte der Matratzenfabrik verladen.

Der Güterbahnhof wurde 1963 eingestellt und 1981 wurde der Bahnhof zu einem Atelier und Wohnhaus umgebaut.

1921    wurde Borgeln elektrifiziert.                                                                                                             

1930    Der erste Kindergarten befand sich in der heutigen Bördestraße 80 in einem Anbau ab etwa 1930.

1930    Zusammenschluss der Ämter Borgeln und Schwefe. Kirchwelver und Meyerich wurden zur Gemeinde Welver vereinigt.

1946    hatte Borgeln 946 Einwohner.

1953    Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Dorfmitte.

1963    bis 1964 wurde eine neue Siedlung in Richtung Hattropholsen gebaut. Das brachte einen erheblichen Bevölkerungszuwachs.

1965    wurde in Borgeln die Kanalisation und ein Wasserleitungsnetz errichtet.

1966    wurde die heutige Schule (Bauzeit 1965 bis 1966) als moderne Mittelpunktschule erbaut. Unter der später gebauten Mehrzweckhalle befindet sich ein Bunker.

Heute wird das Gebäude als Grundschule und offene Ganztagsschule genutzt.

1969    Ein Einschnitt ist die Gebietsreform 1969: Das Kirchspiel Borgeln wird aufgelöst, Borgeln wird mit anderen Dörfern zur Gemeinde Welver zusammengefasst. Viele Bürger des Dorfes hatten sich einen Anschluss an die Stadt Soest erhofft.

1971    Neubau der Bördestraße. Dabei wurde die Dorfstraße verbreitert, mit zusätzlichen Laternen versehen. Allerdings mit dem Verlust einiger historischer Gebäude.

1979    Das heutige Feuerwehr-Gerätehaus und die Schützenhalle sind seit 1979 / 1980 an der Bördestraße gegenüber der Schule. Das erste Feuerwehr-Gerätehaus stand in Dorfmitte, das historisch zweite bekannte Feuerwehr-Gerätehaus wurde an der heutigen Bördestraße Nr. 27 gebaut, heute ein Wohnhaus.

1983    „Unser Dorf soll schöner werden“ -Wettbewerb, wie auch 1975 ist Borgeln erfolgreich gewesen.

2024    Neben der Schule befindet sich seit 2024 ein neu gebauter Kindergarten mit OGS auf dem Gelände des alten Sportplatzes. Dahinter seit 1965 der neue Sportplatz, ein Spielplatz und ein Bolzplatz für die Jugend.

2024    Borgeln hat am 31.12. 2024 mehr als 1000 Einwohner.

Der Verein für Geschichte und Heimatpflege Borgeln e.V. wird die Historie Borgelns weiter aufarbeiten und verfolgen.


 [1]Name der Tante: Hüser?

 [2]1960 sollte die Mehrzweckhalle schon fertig gewesen sein?