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Pappelallee Borgeln

Die Borgeler Pappelallee

Schon von Weitem sichtbar, ist sie für Borgeler ein Stück Heimat und für Reisende ein landschaftliches Wahrzeichen.

Wer durch die Borgeler Pappelallee geht oder fährt, oder sie nur von Ferne sieht, weiß oft nichts über ihren Werdegang.

Es dauert viele Jahre, bis so eine Allee ihre Pracht entfaltet. Die Pappelallee stiftet Identität und ist so ein ‚Merk-Mal‘ für Borgeln. Wer hier geht oder fährt, ist auf einer Allee, die vor vielen Jahrzehnten gedacht und gepflanzt wurde. Ist das ein Kulturgut für Borgeln? Bestimmt!

Eine Allee bekommt ihren typischen Charakter nur durch viele einheitliche Bäume, die ein Kronendach bilden.

Fällt man kranke Bäume aus diesem Bestand heraus und ersetzt diese durch junge Pflanzen, werden diese durch die alten Bäume im Wachstum stark eingeschränkt und es ergibt sich ein uneinheitliches Bild.

Unsere schöne Pappelallee hat vor 1880 der damalige Amtsmann Albert Freiherr von Werthern pflanzen lassen. Da standen noch auf jeder Straßenseite 2 Reihen Pyramidenpappeln (Populus nigra ‚Italica‘. Nach dem 2. Weltkrieg wurden Schwarzpappeln (Populus nigra) gepflanzt. Die Schwarzpappel hat große, ausladende Kronen und eine typische genarbten Borke am Stamm, eine Rindenstruktur mit einer tiefen, markanten Oberfläche.

Schwarzpappeln produzieren sehr viel Saat, die viele Borgeler noch als „Pappelschnee“ kennen.

Derzeit ist diese Pappelart in ihrem Bestand bedroht, es gibt nur noch wenige Exemplare im Kreis Soest.

Da Pappeln im Gegensatz zu anderen Straßenbäumen nur eine beschränkte Haltbarkeit und Verkehrssicherheit haben, müssen diese Bäume alle 50 bis 60 Jahre neu gepflanzt werden.

Nach der Erstpflanzung vor 1880 wird um 1945 bis 1950 die erste Pappelallee gefällt und wieder mit Schwarzpappeln ersetzt worden sein.

Wer kann darüber Auskunft geben?

1976 beginnt in Borgeln die Diskussion um das Fällen kranker Bäume aus der Allee und deren Ersatz. Immer wieder werden aus den Bäumen kranke Äste herausgeschnitten und sichtbar kranke Bäume entfernt. Das geht soweit, dass 1991 ein Großteil einer Baumkrone neben die Bushaltestelle in der Allee fällt, wobei glücklicherweise niemand zu Schaden kommt.

Karl-Heinz Brinkmann, als Ortsvorsteher, initiiert 1995 eine Abstimmung über die Neubepflanzung der Pappelallee. Es stehen Winterlinden oder wieder Pappeln zur Diskussion. Linden hätten die Vorteile der viel längeren Standzeit und dadurch würden im Spätsommer reichliche Pollenspender für die Bienen und Hummeln zur Verfügung stehen.

Die Borgeler stimmen zu etwa Zweidrittel für die Neubepflanzung mit Pappeln. Die Gemeinde entscheidet sich für sogenannte Hybridpappeln. Diese Pappeln (Populus x canadensis „Robusta“) sind nur männlich, dadurch gibt es keine Saat mehr.

Im Herbst 1995 wird die Allee gefällt. Der herbeigezogene Förster bemerkt, dass dies eigentlich schon vor 15 Jahren hätte geschehen müssen, so instabil und krank sind viele dieser Pappeln.

Im März 1996 werden 64 dieser kanadischen Hybridpappeln gepflanzt.

Und wir haben wieder eine einheitliche, einzigartige und schöne Borgeler Pappelallee.

Sehen wir uns zur nächsten Neupflanzung im Jahr 2050 oder 2055?

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